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Maskenball

Lass sie fallen - jetzt

Es schneit. Während ich hier sitze und schreibe fällt der erste Schnee in diesem Jahr. Und so erinnere ich mich an die Natur der vier menschlichen Schilde von Meredith Little, die ich bei einer Visionssuche kennenlernte. Auch wir durchlaufen Jahreszeiten und reifen darin. Im Herbstschild strahlt uns die Sonne des Frühlings in den Rücken und wirft unseren eigenen Schatten vor uns aus. Was sehen wir in dieser dunklen Gestalt vor uns?

Ein Mensch der sich weigert in das Herbstschild einzutreten und seinen Schatten zu begegnen ist wie besessen. Wutanfälle, Angst, Eifersucht, billiger Nervenkitzel, Spielchen, Suche nach Beachtung, Manipulation, Unverantwortlichkeit, Materialismus usw. Das Selbst und die Selbstbedienung sind über alles wichtig geworden. Ohne die moderne Bequemlichkeit des technologischen Käfigs und ohne die Güter und Dienstleistungen, von denen er abhängt, ist er auf Gedeih und Verderb der Umwelt ausgeliefert und unfähig im Angesicht der Krise (des bevorstehenden Winters) angemessen oder selbstbewusst zu handeln.

Eine Gesellschaft im Herbstschild

Unsere Gesellschaft ist weitestgehend im Sommerschild stecken geblieben. Nie richtig herangewachsen, hat sie sich vom Herbst-Übergang in die Innwendigkeit und des Gefühls abgewandt. Wir erwarten dass man sich um uns kümmert. Dieses „man“ kann alles sein. Der Lebenspartner, der Arbeitgeber, der Staat. Läuft es nicht nach unseren Vorstellungen schreien wir laut: „Hey, du „man“, ändere was.“ Ein Mensch, der sich weigert seine Schatten anzusehen wird immer versuchen, das was nicht passt wegzumachen. Was weggedrückt wird und im Schatten bleibt, kommt aber immer wieder hoch. Denn es gibt in jedem Jahr einen neuen Herbst und der Schatten ist dann wieder vor einem. Schatten SIND. Sie sind NICHT wegzumachen. Es sei denn du bleibst im Dunkel. Ein erwachsener Mensch scheut die Schatten nicht. Er weiss, sie sind Teil des Lichts. Mal sichtbar, mal nicht. Jedoch immer da.

Begegne deinen Schatten

Das Wachstumspotential des Herbstes liegt im Innen. Alleinsein, Absonderung, Einsamkeit, Hilflosigkeit, Langeweile. In dieser grauen und trüben Zeit, vor allem jetzt wo uns die sonderbaren Ereignisse genau das schenken, liegt ein Schatz begraben. Jetzt kannst du dich wagen in der Dunkelheit deine Maske abzusetzen und zu schauen, wer eigentlich darunter verborgen ist. Was ist dein wahres Gesicht? Deine wahre Person? Weshalb trägst du deine Maske? Was verbirgst du vor dir und der Welt? Wie metaphorisch. Tragen wir nicht gerade eine sichtbare Maske über den vielen unsichtbare Masken, die wir schon ein ganzes Leben tragen? Warum regen wir uns auf? Das ist eine Frage der du dich gerne hinwenden darfst: was GENAU regt dich gerade auf und WESHALB?

Tageswanderung als Initiation zum "Erwach(sen)en"

In jedem Herbst dürfen wir wieder die Einladung der Natur annehmen und in ihr unserer eigenen Natur begegnen. Denn es ist alles verändernd, wenn du DICH kennst. Dann bist du erwachsen. Du bist handlungsfähig und nicht mehr ausgeliefert. Abhängig von deinen Versorgern, denen du doch längst entwachsen bist. Ich lade dich somit ein, auf eine Wanderung zu gehen. Es ist entliehen aus der Visionsarbeit. Und obwohl es nur einen Tag dauert ist es eine sehr kraftvolle Methode sich deinem Herbstschild zuzuwenden und dich zu stärken für den Winter. Die Zeit der Dunkelheit und der Schatten.


Steh in der Morgendämmerung auf, lass dein Alltagsleben hinter dir und gehe allein und ohne Essen, ohne Karte, und vor allem OHNE Handy, in die natürliche Welt (möglichst fern von Menschen denen du begegnen kannst). Folge einem intuitiv gefunden Weg, der dich zu allem hinführt was deine Aufmerksamkeit erregt. Wenn du derzeit mit einer Krise oder einem Problem beschäftigt bist, nimm das Probelm mit dir und lasse deine Schritte beim Wandern davon leiten. Denke nicht, du müsstest eine möglichst große Strecke zurücklegen oder dich unnötig Gefahren aussetzen. Wandere mit weit offenen Sinnen. Stell dir vor, du seist ein Tier. Sei wild. Versuche nicht gehört oder gesehen zu werden. Schau nicht auf die Uhr. Find Ruheplätze, an denen du dich willkommen fühlst. Übe dich darin vollkommen still zu sein, in einem Zustand wacher Gelassenheit. Sprich zu dir selbst und zu allen anderen wilden Wesen. Bete oder meditieren, wenn es dich dazu drängt. Bei Sonnenuntergang ist deine Wanderung beendet.

Kehre zurück und schreibe alles auf, was jetzt nach außen drängt. Denke nicht nach. Schreibe. Lass es einfach fließen. Ich verspreche dir, wenn du wirklich ohne alles gehst und intuitiv läufst, wird sich etwas entscheidendes verändert haben: Du bist erwachsener geworden!

 

Namasté Katja

Danke wie immer an www.unsplash.com und seine wundervollen lizenzfreien Bilder. Diesmal mit einem Bild von Hrustall einem russischen Fotografen.

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