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Im eisernen Griff

Kontroll-Wahn

Da stand er vor mir, mein Schulkamerad aus alten Tagen und wirklich mir lieber Mensch aus aktuellen Tagen. Wir treffen uns zuverlässig und regelmäßig im gleichen Lebensmittelgeschäft – ohne Verabredung wohlgemerkt. Und ein ums andere Mal freue ich mich riesig. Und ehrlich, ich weiß nicht, wie das Gespräch von meiner Frage: „wie geht es DIR in diesen Tagen?“ auf das Thema Coronamaßnahmen kam. Vielleicht weil viele Menschen gar nicht mehr anders antworten können, als in Bezug auf dieses äußere Geschehen. Alles scheint davon abzuhängen. ALLES. Und so flogen mir Worthülsen um den Kopf „man kann niemand zu einer Impfung zwingen“; „unsere Politiker leisten großartige Arbeit“; „wir sollten besser aufklären über Impfung, denn ohne Impfung kriegen wir es nicht in den Griff…“
Ich muss zugeben, ich habe meine sonst so wache und bewusste Haltung verloren und bin ins Unbewusste getriftet. Ich habe wirklich versucht mich zu verstecken vor dieser geballten Ladung an leeren Worten. Ich denke ich habe ebenso leer geantwortet.

Wir müssen es in den Griff kriegen!

Danach ging es mir schlecht. Ich war wütend und traurig. Nicht über diesen Mann, nein über mich, dass ich abgehauen bin innerlich, dass ich es nicht geschafft habe, in Empathie bei ihm zu bleiben um doch noch herauszufinden, wie es IHM geht. Später im Wald, klärte sich allmählich mein Geist und mir wurde klar, wovor ich mich versteckt habe: Vor dem personifizierten Kontrollwahn.
„Wir müssen es in den Griff kriegen.“ Nicht nur ist hier das Wort „Krieg“ und dessen aggressive Schwingung im Satz, es ist die Sache mit dem Griff. Alles muss eingeordnet werden, gezügelt, in Bahnen gelenkt und auf seinen Platz verwiesen werden, eben in unseren sicheren Griff gebracht. Seit Descartes begreift sich der Mensch als getrennt von allem und weil er „denkt“, denkt er, er sei besser als all die törichten Kreaturen ohne Denken. Und natürlich ist es der Mensch, der die Welt verbessern, ja beherrschen kann. Und dieses Denken zieht sich hinein in die Familie, hinein in unser Innerstes. Dieser Planet allerdings war vor uns. Und ich nehme an, auch ziemlich perfekt. Denn er durfte sein und sich entfalten und entwickeln. Seit uns, sieht sich Mutter Erde selbst auf Platz zwei gerutscht und wurde zum Ressourcenlager und Selbstbedienungsladen umfunktioniert. Schauen wir doch, wo wir sie noch optimieren können um etwas mehr aus ihr rauszuholen. Mit dieser Haltung begegnen wir auch unseren Kindern, unseren Angestellten und unseren Freunden und Lieben. Nutzt du mir, liebe ich dich.

So Ham - ich bin, der ich bin

Vor allem jedoch begegnen wir uns mit dieser Haltung SELBST. Nur wenn ich wer werde, werde ich geliebt und dann liebe ich auch mich selbt. Wann begreifen wir endlich, dass wir bereits jemand sind, wenn wir auf diese Welt kommen. Wir müssen nicht erst werden. Wir dürfen sein. Wir sind. So Ham - reines Bewusstsein. Eine Blume muss auch nicht erst eine Blume werden. Sie IST eine Blume. Ein Delphin IST ein Delphin. Herauszufinden wer du bist, bedeutet hinzuschauen und wahrzunehmen, als was du dich der Welt zeigst. Dann sortiere aus, was davon bist wirklich DU und was davon hast du einfach übernommen oder glaubst du sein zu müssen? Du SELBST sein, heißt Kontrolle aufgeben. Da stürzen Mauern ein. Deine eigenen, die der Selbstkontrolle. Und du wirst zusehen dürfen, wie sich andere von dir abwenden, weil du nicht mehr passt... ins saubere, gleichförmige Bild der kontrollierten Welt. Sich SELBST SEIN heißt Abschied nehmen von allem was du glaubst zu sein.  Es ist wahrnehmen was ist, ohne Bewertung. Einfach nur wahrnehmen. Und glaube mir, das schmeckt nicht immer süß und geht auch nicht von jetzt auf gleich. Es IST jedoch die Lösung für unser aller Problem des zerstörerischen Kontrollwahns mit dem wir allen Ernstes glauben die Welt "retten" zu können. 

Virale Liebe

Wie beginnst du nun damit? Nimm dich doch einfach mal in den Arm. Schau dir im Spiegel mindestens 1 Minute in die Augen und sage dir mindestens 3 x hintereinander: „Ich bin richtig genauso wie ich bin. Ich bin genau da richtig, wo ich bin.“ Es gibt nichts zu verändern. Es gilt nur zu erkennen und ganz, ganz ehrlich wahrzunehmen wer du wirklich bist. Einschließlich alle dem, was nicht so glänzt und funkelt wie du es gerne hättest. Wenn du dich immer öfter so sein lassen kannst, wie du eben bist, mit allem was dazugehört, wirst du andere mit deiner Selbstliebe anstecken. Und so sorgst du für die Ausbreitung eines neuen Virus: dem Love-Virus!

Das jedoch bedarf einer Entscheidung. Der Entscheidung wohin du deine Aufmerksamkeit, deine Konzentration, deinen Fokus lenken möchtest: Auf die SELSBT-Kontrolle oder die SELBST-Liebe.

Namasté Katja

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