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Achtsamkeitskurs - Woche 6

Gedanken sind Seifenblasen im Wind

Bereits in der vergangenen Woche haben wir uns mit dem Thema "Gedanken" ein wenig beschäftig. Erinnerst du dich? Ich habe sie den Monkeymind genannt. Das Gedankenkarussell. Ich kenne nur wenige Menschen, die ihren Geist aus eigener Kraft beruhigen können. Ständig sind sie am denken. Zuweilen führt das zu Kopfschmerzen und zu schlaflosen Nächten. 

Unsere Gedankenflut, ist jedoch nichts anderes als eine schlechte Angewohnheit. Das Gute daran ist, wir können uns jede Angewohnheit auch wieder abgewöhnen. Wir sind nicht unsere Gedanken. Wir haben sie einfach. Ärgerlich werden Sie nur dann, wenn wir ihnen unsere ganze Aufmerksamkeit schenken und sie allzu ernst nehmen.

 

Stell dir doch einmal vor, deine Gedanken sind nichts weiter, als Klänge und Bilder auf einer Kinoleinwand. Reine Projektion. Woher? Unterschiedlich. Aus deinem Unterbewusstsein oder ausgelöst durch äußere Impulse. Die Quellen sind ganz verschieden. Wenn du jetzt wieder an die Kinoleinwand denkst, stell dir einen Film vor. Einen Krimi. Eine Frau wird ermordet und ihr Blut spritzt auf die Leinwand. Etwas krass - sorry. Worum es mir geht ist die Frage: Ist die Leinwand nach dem Film beschmutzt? Nein, ist sie nicht. Denn es war ja nur Projektion. So ähnlich ist das mit deinen Gedanken. Du nimmst sie als sehr real wahr. Wenn du jedoch genau hinsiehst, dann sind sie gar nicht wirklich vorhanden. Es sind abstrakte Bilder und Klänge.

Das Unterbewusstsein hört eine Zeitlang Dem zu, was wir denken, und entnimmt aus der Art, wie wir denken, dass das, was wir denken, mit dem identisch ist, was wir wollen, das es ist.

Schwierig, oder? Lies den Satz einige Male durch. Vielleicht erkennst du, worauf dieser Satz anspielt. Wenn du z.B. lange genug denkst "Ich bin so gestresst, ich schaffe das alles nicht", dann bist du gestresst und wirst es nicht schaffen. Und genau das ist die Krux an den Gedanken. Sie machen uns meist zu dem, was wir nicht wollen. Weil wir die meiste Zeit nur über das nachdenken, was wir nicht wollen. Was wir in dieser Woche also intensiv üben, ist das Beobachten unserer Gedanken. Wir wollen erkennen, dass Gedanken keine Fakten sind, sondern nur Gedanken. Es geht NICHT darum, in dieser Woche die rosa Brille aufzusetzen und ab sofort positiv zu denken. Wir wollen den Gedanken nur ein wenig auf den Pelz rücken. Beginne in dieser Woche damit, eine neue Beziehung zu deinen Gedanken aufzubauen. Lerne, ihnen weniger Glauben zu schenken. Du wirst feststellen, dass du mehr und mehr spüren wirst, dass du die Zügel deines Lebens selbst in die Hand nehmen kannst. Drucke dir das Arbeitsblatt aus uns experimentiere ein wenig damit, wie du von deinen Gedanken zurücktreten kannst. Beobachte, wie sich das auf dich und dein Leben auswirkt. Wenn du die Übung täglich machst, wirst du merken, dass sich deine Gefühle allmählich von deinen Gedanken entkoppeln. Du wirst staunen, wie frei dich das macht.

Machen wir einen kleinen Test.

Situation 1

Stell dir vor, du geht's in deinen Lieblingssupermarkt. An der Tür rempelt dich ein Herr an. Statt sich zu entschuldigen, mault er, du sollest besser aufpassen. Ärgerlich. Im Regal findest du da, wo eigentlich dein Lieblingstee steht nur einen leeren Platz. Mist. Grade aus. Endlich an der Kasse wartest du in einer gefühlt endlosen Schlange. Nach dem Bezahlen gibt dir die Kassendame ein Rubbellos. Lichtblick! Aber leider, leider... eine Niete.

Am Ausgang begegnest du einem lieben Freund, aber der sagt nur: "Tut mir leid, ich bin spät dran und habe es eilig."

Wie fühlst du dich?

 

Situation 2

An einem anderen Tag, gehst du wieder in deinen Lieblingssupermarkt. Die Leute strahlen und lächeln. Kein Wunder. Die Sonne scheint und der Tag ist einfach herrlich. In der Obstabteilung steht der Marktleiter und verteilt kostenfrei Erdbeeren. Kleine Schälchen. Wundervoll. An der Kasse geht alles ganz schnell und auch diesmal bekommst du ein Rubbellos. Yeah, du hast einen Sofortpreis gewonnen.

Am Ausgang begegnest du einem lieben Freund, aber der sagt nur: "Tut mir leid, ich bin spät dran und habe es eilig."

Wie fühlst du dich?

 

Und???? Ist es bei dir auch so, dass deine Meinung über deinen Freund davon abhängt, wie dein Tag bis dahin war? Aber ergibt das Sinn? Dein Freund sagt in beiden Situationen genau dasselbe. Gedanken entsprechen nicht den Tatsachen. Du schaust immer durch den Filter deiner Stimmung.

 

Eben deshalb ist es so wundervoll erleichternd zu lernen, dass Gedanken nichts weiter sind als Bilder und Klänge. Nichts davon ist wahr. Du kannst lernen, zu jeder Zeit in deiner Würde und Gelassenheit zu bleiben. Auch wenn in deinem Kopf der Sturm tobt. Erlaube dir in dieser Woche täglich die Berg-Meditation zu machen und schaue dann, wie sich deine neue Haltung auf dein Leben auswirkt.

Hausaufgaben für diese Woche

  • Übe dreimal täglich eine dreiminütige Atempause
  • Mache die Dezentrierungsübung
  • Höre dir jeden Tag die Berg-Meditation an

In der nächsten Woche heißt unser Thema "Kümmere dich um dich selbst." Viel Freude beim Üben in dieser Woche. Und: bleib dran. Es ist dein Leben.

 

Alles Liebe

Katja

 

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